Hautbelastung an Feuchtearbeitsplätzen
Risiko: Feuchtigkeit durch Wasser oder Schweiß
Arbeiten mit Wasser belastet die Haut stark, nicht um sonst müssen viele Auszubildende im Frisörhandwerk ihre Lehre abbrechen die Erfahrungen der zuständigen Berufsgenossenschaft zeigt, daß der intensive Kontakt mit Wasser mehr zu den Allergien beiträgt als beispielsweise der Umgang mit Chemikalien.
Auch in anderen Berufen bedeuted der Umgang mit Wasser ein nicht zu unterschätzendes Risiko - so fiel uns bei einer Untersuchung in einem Bereich, in dem Holzleisten furniert wurden (siehe Foto), eine Belastung mit Dermatosen an den Händen der Mitarbeiterinnen auf, die nicht allein auf die Chemikalien (Kaoritleim, Hypochlorit) zurück geführt werden konnten.
Neben den klassischen Feuchtearbeitsplätzen, spielen heute Arbeitsplätze an denen flüssigkeitsdichte Handschuhe getragen werden müssen eine immer größere Rolle, so litten Mitarbeiterinnen, die in der Platinenbestückung arbeiten überdurchschnittlich an Dermatosen zwischen den Fingern.
Ursachen für Dermatosen
Ständiger Kontakt mit Wasser führt zur Quellung und damit verbundene Auflockerung der Oberhaut, stört die natürlichen Abwehrmechanismen und leichtert das Eindringen von Chemikalien und Keimen. In der TRGS 531 wird dazu ausgeführt:
"Durch die Beeinträchtigung der Barrierefunktion kommt es zur stärkeren Einwirkung von äußeren Stoffen und zum Verlust körpereigener Stoffe wie Wasser und/oder Elektrolyte (transepidermaler Wasserverlust). Es entsteht ein Abnutzungsekzem (klinisches Bild: Rötung, Trockenheit, Schuppung, Einrisse, Juckreiz), das bei weiterer Einwirkung der Noxen und mangelndem Hautschutz (spezieller Hautschutz, Hautreinigung, Hautpflege) in ein chronisches Ekzem übergehen kann. Darüber hinaus können potentielle Allergene leichter in die Haut eindringen und zu Sensibilisierungen führen. Die Entstehung von allergischen Kontaktekzemen kann durch das Abnutzungsekzem gefördert werden. Gefährdet sind Berufsgruppen wie Reinigungspersonal, Friseure, Pflegeberufe, Köche/Küchenhilfen, Lebensmittelhersteller, Metallberufe."
Gesetze und Regelwerke
  • Arbeitsschutzgesetz (§ 1 bis 7, § 9 bis 13, § 15 bis 17)
  • Chemikaliengesetz (§ 19 und § 26)
  • Gefahrstoff-Verordnung (insbesondere die §§ 16 bis 20)
  • TRGS 531 (Ausgabe: September 1996) - "Gefährdung der Haut für durch Arbeiten im feuchten Milieu (Feuchtarbeit)" - dieses Regelwerk ist anzuwenden, wenn Mitarbeiter:
    • "einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit d.h. regelmäßig täglich mehr als ca. ¼ der Schichtdauer (ca. 2 Stunden) mit ihren Händen Arbeiten im feuchten Milieu ausführen oder
    • einen entsprechenden Zeitraum feuchtigkeitsdichte Schutzhandschuhe tragen oder
    • häufig bzw. intensiv ihre Hände reinigen müssen,"
    Diese Regel gilt unabhängig davon, ob Umgang mit Stoffen oder Zubereitungen besteht, die nach dem Chemikaliengesetz (§ 3a ChemG) eingestuft werden müssen oder nicht."
  • Daneben sind die einschlägigen Vorschriften und Merkblätter der Unfallversicherer zu beachten
Maßnahmen
  1. Gefährdungsbeurteilung

  2. Der Unternehmer bzw. die Person die den Unternehmer gegenüber dem Mitarbeiter vertritt - z.B. Abteilungsleiter oder Meister - muß die mit der Arbeit verbundene gesundheitliche Belastung beurteilen, hierzu ist i.d.R. eine Gefährdungsanalyse notwendig. Eine Wechselwirkung mit anderen belastenden Faktoren ist zu berücksichtigen.
  3. Technische Schutzmaßnahmen

  4. Der Arbeitsplatz und die Arbeitsaufgabe sind so zu gestalten, das eine gesundheitliche Belastung minimiert wird, hierzu gehört:
    • Eine Ersatzstoffprüfung, d.h. bei eventuell mit eingesetzten Chemikalien sind solche zuwählen, die minimale negative Effekte auf die Gesundheit haben (Beachtung der TRGS 440 "Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen durch Gefahrstoffe am Arbeitsplatz:  Ermitteln von Gefahrstoffen und Methoden zur Ersatzstoffprüfung")
    • Eine gute Auswahl der eingesetzten Technologie (Beachtung der TRGS 300 "Sicherheitstechnik")
  5. Organisatorische Schutzmaßnahmen

  6. Planung des Arbeitskräfteeinsatzes und der Arbeitsdurchführung, z.B. Wechsel zwischen Feuchtearbeit und "trockener" Arbeit, Vorsorgeuntersuchungen etc.
  7. Persönliche Schutzmaßnahmen

  8. Zu den persönlichen Schutzmaßnahmen gehören z.B.: Schutzhandschuhe, Hautpflege und Vorsorgeuntersuchung
  9. Unterweisung

  10. Die Arbeitnehmer sind arbeitsplatz und tätigkeitsbezogen anhand einer Betriebsanweisung zu Unterweisen
Betriebsanweisung
In der Betriebsanweisung müssen folgende Themen behandelt werden:
  • Gefährdende Tätigkeit
  • Gefahren für Mensch und Umwelt
  • Schutzmaßnahmen, Verhaltensregeln
  • Verhalten im Gefahrfall/bei Erkrankung
  • Erste Hilfe
  • Sachgerechte Entsorgung

 
 
 
 

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